Alexander Cerny über unsere Stelle

Als ich mich im Sommer 1994 als frischgebackener Abiturient auf die Suche nach einer ZiviStelle begab, erschien die Aussicht auf 15 weitere Monate in der Schule (Katharina und Elias gingen damals in die 11. bzw. 9. Klasse des Adolf Weber Gymnasiums) zunächst wenig attraktiv. Ich habe mich dann aber dennoch für diesen Job entschieden, da es für mich eine reizvolle Aufgabe darstellte, mit meinem noch vergleichsweise frischem Wissen zwei jungen Leuten ihren Weg durch die Schullaufbahn etwas zu erleichtern. Insgesamt stellte die Begleitung im Schuldienst für mich, trotz einiger langweilen Phasen, eine befriedigende Tätigkeit dar, da man so behinderte Menschen auf ihrem Weg zu einer guten Berufsperspektive unmittelbar unterstützen kann. Es war eine wertvolle Erfahrung für mich, daß auch schwerbehinderte Jugendliche mit viel Ehrgeiz und Einsatz , aber auch dank reichlichen Bemühungen von Seiten der Lehrer und Mitschüler, locker das vielgerühmte bayerische Abitur schaffen können. Durch die enge Betreuung (ich habe mich mit meinem damaligen Zivi-Kollegen wöchentlich abgewechselt) stellte sich sehr schnell ein intensives Verhältnis ein und so konnte ich die beiden als ausgesprochen lebensfrohe, humorvolle und vielseitig interessierte Menschen kennenlernen, zu denen der Kontakt bis heute hält. Auch von Herrn und Frau Dinter wurde ich sehr herzlich aufgenommen und es ist wirklich bewundernswert, wie unbeschwert diese Familie mit ihrer Situation umgeht. Wie so häufig im Leben, kommt es beim beinahe täglichem Zusammentreffen auch zu gelegentlichen, kleineren Reibereien, die aber stets offen, unmittelbar und ohne nachträgliche Vorwürfe geklärt wurden. Die schwierigste Zeit während meines Zivildienst war im Sommer 1995, als Elias größere gesundheitliche Probleme bekanm, die den weiteren Schulbesuch in Frage stellten. Doch glücklicherweise kam der dann gut erholt aus den Sommerferien zurück und aus dieser Zeit stammt auch das schönste Erlebnis während meiner Zeit als Zivi: Ein Ausflug in die Berge bei Garmisch-Partenkirchen, die für mich nichts Besonderes mehr waren, aber die Elias seit seiner frühen Kindheit nicht mehr gesehen hatte.

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