Hallo, ich heiße Philipp, bin 23 Jahre alt und momentan als Zivi bei Katharina und Elias beschäftigt. Die Beiden haben mich gebeten für diese Homepage über meine Erfahrungen in diesem Job ein wenig zu berichten: An diese Stelle bin ich über einen Freund geraten. Eigentlich wollte ich mich ja um den Zivildienst drücken; ich hatte nämlich schon sechs Semester Jura studiert und war für die Dauer meines gesamten Studiums zurückgestellt; und die paar Jahre nach Studium hätte ich sicherlich - so dachte ich - auch irgendwie herumgebracht, um das Höchstalter für eine Einberufung zu überschreiten. Aber dann habe ich durch diesen Freund eben diese Stelle in Aussicht gestellt bekommen. Ich habe mir gleich gedacht, daß sich mir hier eine besondere Chance bietet: Katharina studiert nämlich - genauso wie ich - hier an der Münchner Universität Jura. So bot sich mir die Gelegenheit, endlich diese lästige Angelegenheit mit dem Zivildienst hinter mich zu bringen, ohne für diese Zeit auf mein Studium verzichten zu müssen. Ich könnte mit Katharina in die Uni gehen, mit ihr zusammen lernen und so eigentlich neben dem Zivildienst weiter studieren. Also habe ich mich hier vorgestellt, mich beim Bundesamt für den Zivildienst zurückgemeldet und am 1. September 1998 diese Stelle angetreten. Das war, ehrlich gesagt, zunächst nicht sehr leicht. Als Student - gerade in den ersten Semestern des Jura - Studiums - hat man jede Menge Freiheiten, auf die zu verzichten mir wirklich nicht sehr leicht gefallen ist. Aber daran habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Außerdem gewinnt man mit dem Zivildienst auch andere, neue Freiheiten, wie etwa die Tatsache, daß man einfach feste Arbeitszeiten und daneben eigentlich keinerlei Verpflichtungen hat. Eingearbeitet habe ich mich eigentlich sehr schnell - und was noch viel wichtiger ist, ich habe mich hier auch sehr schnell eingelebt. Einen Großteil der Arbeitszeit verbringt man ja bei diesem Job im Hause der Dinters und über kurz oder lang gehört man doch irgendwie zur Familie. Und so kommt es auch, daß man zu den Leuten hier ein besonderes Verhältnis entwickelt, daß über ein normales "Dientsverhältnis" weit hinausgeht. Ein ganz besonders intensives Verhältnis hat sich natürlich in dieser Zeit zwischen mir und Katharina und Elias entwickelt. Die beiden sind wirklich zwei ganz besondere Menschen. Der Mut und die Kraft, mit denen die Beiden gegen die Widrigkeiten ihrer Krankheit ankämpfen, ist einfach nur bewundernswert. Trotz größter gesundheitlicher Schwierigkeiten hat Elias in diesem Jahr sein Abitur bestanden und Katharina ihr Studium fortgeführt - und das in Anbetracht der Umstände mit unglaublichen Erfolg. Aber auch auf einer persönlichen, freundschaftlichen Ebene sind die beiden ganz besonders und man kann einiges lernen von ihrer anderen Sicht der Dinge. Ich übertreibe sicher nicht, wenn ich behaupte, daß ich hier Erfahrungen gemacht habe, die ich in meinem weiteren Leben nicht mehr machen werde und die ich auch keinesfalls missen möchte. Hoffentlich werde ich diese Eindrücke auch nicht allzu schnell in Vergessenheit geraten lassen - denn ich denke, daß der Lebensmut und -wille, den ich hier erfahren habe, etwas ist, von dem ich mir für meine eigene Zukunft eine Scheibe abschneiden könnte. Nun ja - natürlich ist hier nicht alles rosig, aufregend und toll. Gerade die Verantwortung, die man mit diesem Job übernimmt, geht sicherlich über das normales Maß für einen Zivi - Job hinaus. Das heißt zum Beispiel, daß Dinge wie Krankfeiern etc. einfach nicht drin sind. Man hat hier also nicht unbedingt das easy - living, wie an einigen anderen Zivildienststellen. Dafür muß man sich aber auch nicht fragen, ob die Arbeit, die man macht, eigentlich einen Sinn hat.